Neues Morgenblatt
für gebildete Stände

Theater · Literatur

America forever?

Puccinis Butterlfy in München

3. Februar 2026  ·  Michael Bordt SJ

Um es gleich vorwegzunehmen: Madame Butterfly an der Bayerische Staatsoper war eine gute, bewegende Repertoireaufführung – doch als solche ließ sie an einigen Stellen noch Spielraum nach oben. In einer über fünfzig Jahre alten, nach wie vor sehenswerten Inszenierung entfaltet sich das Drama um die junge Cio-Cio-San vor einem stimmungsvollen Bühnenbild, dessen Zentrum ein großes japanisches Haus mit Shoji – den charakteristischen Papier-Schiebewänden – bildet. Mit intensiver Personenregie wird die Geschichte einer jungen Frau erzählt, die sich in den amerikanischen Marineleutnant Pinkerton verliebt. Er heiratet sie zum Vergnügen, als touristische Attraktion – ohne es je ernst mit ihr zu meinen. Er schwängert sie, reist ab und kehrt erst drei Jahre später zurück: nicht allein, sondern mit seiner amerikanischen Frau, um den inzwischen dreijährigen Sohn nach Amerika mitzunehmen. Cio-Cio-San, die Butterfly, sieht keinen Ausweg und nimmt sich das Leben.

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