Bestimmt gehört John Neumeiers „Kameliendame“ zu den großen Ballett-Kreationen des letzten Jahrhunderts. Nicht umsonst ist die Choreographie seit ihrer Uraufführung in Stuttgart 1978 inzwischen so etwas wie ein Klassiker geworden. Die auf einem Roman von Alexandre Dumas basierende Geschichte um die Kurtisane Marguerite und deren Liebhaber Armand wird von vielen großen Kompanien der Welt getanzt – immer mit großem Erfolg. Das liegt wohl vor allem an der differenzierten Charakterzeichnung, die Neumeier gelang, aber auch an Jürgen Roses elegant-schlichtem Bühnenbild, das ganz aufs Wesentliche reduziert ist und so den detailreichen, ungemein kunstvoll gearbeiteten Kostümen Raum zur Entfaltung gibt.