Als im Oktober 2021 die sogenannte Isarphilharmonie in München eröffnet wurde, kannte der Jubel keine Grenzen: Der Bau, zu dem eine alte Trafohalle der Münchner Stadtwerke als Foyer dient, bringe den Charme Berlins an die Isar, hieß es. Der Konzertsaal selbst, der nur 43 Millionen Euro gekostet habe, verfüge über eine phantastische Akustik, und schließlich sei es alles in allem nicht weniger als ein Wunder, dass in Deutschland überhaupt ein größeres Bauprojekt in der geplanten Zeit vollendet werde, ohne den Kostenrahmen um mindestens das Doppelte zu überschreiten. Nun, das immerhin mag sein. Über die Optik und Akustik der Philharmonie kann man hingegen ganz anderer Meinung sein als das Gros der Pressestimmen. Will man vor einem klassischen Symphoniekonzert denn wirklich in einer hässlichen und kalt ausgeleuchteten Industriehalle herumstehen, mit der verglichen der Münchner Hauptbahnhof eine Wohlfühloase ist? Der Konzartsaal selbst erinnert mit seinen schwarzen Wänden ein wenig an ein Multiplex-Kino. Immerhin richtet sich der Blick in dem klar strukturierten, 1900 Zuschauer fassenden Raum auf die zentrale Bühne, deren helles Holz aus dem Dunkel hervorleuchtet. Enttäuschend ist aber die Akustik, für die Yasuhisa Toyota verantwortlich zeichnet, der auch die Elbphilharmonie in Hamburg betreute.