Es ist fast schon so etwas wie eine Tradition geworden, dass in jeder Saison des Bayerischen Staatsballetts ein sogenanntes „Triple Bill“ gezeigt wird. Ein solcher Abend, der aus drei mehr oder minder lose gefügten Einzelwerken besteht, hat durchaus seinen Reiz, bietet er dem Publikum doch die Möglichkeit, unterschiedliche Tanzstile erleben und Beziehungen zwischen den Stücken aufspüren zu können. Aber ist die Häufung dieser Trilogien nicht zugleich ein Krisensymptom? Weist sie nicht auch auf den Mangel an zeitgenössischen Choreographen hin, die dazu in der Lage wären, ein abendfüllendes Werk zu schaffen? In München jedenfalls trat lange niemand mehr mit einem großen Wurf an die Öffentlichkeit. So wurde auch diese, im Ganzen wenig glanzvolle Ballett-Festwoche (wo sind die internationalen Gäste? Und warum gibt es eigentlich keine Gala mehr?) am Freitag mit einer Premiere eröffnet, die drei Werke kombiniert.