Was mag die vielen Besucher, die mit ihren „Suche Karte“-Schildern bei glühender Sommerhitze die Eingangstüren des Nationaltheaters belagerten, motiviert haben, in die Oper gehen zu wollen? Wohl nicht allein die Tatsache, dass eine selten gespielte, frühe Verdioper zur Aufführung kam. Und meine Vermutung ist, dass sie auch nicht in erster Linie die düstere, in schwarz-weiß gehaltene Inszenierung von Johannes Erath sehen wollten, obwohl es erst die sechste Aufführung nach der Premiere im März 2020 gewesen ist. Pandemiebedingt musste damals ja viel abgesagt werden. Nein, es wird die angekündigte Starbesetzung gewesen sein, die die Menschen in die Oper trieb und trotz Preisen bis zu 243 Euro für eine volles Haus sorge.