Neues Morgenblatt
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Theater · Literatur

Familienaufstellung im Hause Allemonde

Debussys "Pelléas et Melisande" bei den Opernfestspielen

11. Juli 2024  ·  Michael Bordt SJ

Es ist eine mutige und durchaus gewagte Entscheidung, die die Regisseurin Jetske Mijnssen getroffen hat: Die Oper „Pelléas et Mellisande“, in der die Natur eine zentrale Rolle spielt, als bedrückende Szenen im Haus einer großbürgerlichen Familie zu Beginn des 20. Jahrhunderts, also zur Entstehungszeit von Claude Debussys Oper, spielen zu lassen. Es gibt, anders als eigentlich vorgesehen, keinen Wald, keine Grotte, keinen Brunnen, kein Meer. Die Oper spielt bei ihr auf einer breiten Fläche, beinahe einem Steg, parallel zum Bühnenrand mit dunklem, goldfarbenem Grätenfischmusterparkett. Die Szenen unterscheiden sich durch unterschiedliche Requisiten: Da gibt es Stühle, einen großen Tisch, ein Bett, einen Paravent. Die ausgesprochen edlen Kostüme sind in gedeckten, dunklen Farben gehalten (Bühne und Kostüme: Ben Baur). Der Hintergrund ist pechschwarz, die Bühne ist kunstvoll ausgeleuchtet (Bernd Purkrabek).

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