Nach der zauberhaften, poetischen Frankfurter Inszenierung von „Die Nacht vor Weihnachten“ vor einigen Jahren hat nun die Bayerische Staatsoper die selten gespielte Oper von Rimski-Korsakow als erste Premiere der neuen Spielzeit aufs Programm gesetzt. An die Poesie und Magie der mehrfach prämierten Frankfurter Aufführung unter Christof Loy reicht die Münchner Produktion zwar kaum heran. Aber sie ist über weite Strecken unterhaltsam, amüsant, farbenfroh, und man folgt dem Geschehen auf der Bühne gern.
Wer Barrie Kosky als Regisseur engagiert, weiß, was ihn erwartet: eine handwerklich präzise gearbeitete Produktion mit sicherem Gespür für Timing, theatralische Effekte und wohl dosierte Provokation. So auch in München. Kosky verlegt die Geschichte um den redlichen, verliebten Schmied Waloka und die zunächst spröde, abweisende Oksana in eine Art Zirkuswelt innerhalb einer ansonsten eher grauen Stadt. Der Zirkusdirektor ist der Teufel persönlich, effektvoll umringt von einer Horde maskierter Gestalten, deren schnelle, geduckte Bewegungen an Raubtiere, an Schakale erinnern. Sie stehen ihm tatkräftig zur Seite, etwa wenn sie eimerweise Kunstschnee über die Protagonisten ausschütten. Die meisten Figuren des Spiels im Spiel treten in dicken, gefütterten Kostümen auf und erinnern in ihrer Maskerade an Zirkusclowns.