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Theater · Literatur

Leuchtende Klarheit

Kirill Petrenko dirigiert zur Eröffnung der neuen Saison Anton Bruckners 5. Symphonie

23. August 2024  ·  Christian Gohlke

Beinamen hat man der fünften Symphonie von Anton Bruckner in B-Dur etliche gegeben: Mal wurde sie die „Tragische“, mal die „Katholische“, mal die „Glaubenssinfonie“ genannt, aber gehalten hat sich bezeichnenderweise keiner dieser Titel. Sicher, als Bruckner sich im Frühjahr 1875 an die Arbeit machte, ging es ihm nicht gut. Der Verlust einer sicheren Stelle an der Musikschule St. Anna in Wien stürzte den Komponisten in eine tiefe Depression. Die Briefe dieser Zeit sprechen eine deutliche Sprache. Sein unter solchen Umständen entstandenes Werk wurde denn auch lange Zeit biographisch gelesen: Das „ganze Martyrium der tiefen Einsamkeit des verlassenen Genies“ finde sich darin (Göllerich). Bruckner selbst ging soweit nicht und nannte die Fünften ganz einfach sein „kontrapunktisches Meisterstück“ – sehr zurecht, denn tatsächlich stellt sie im Hinblick auf kunstvolle polyphone Gestaltung unter den symphonischen Werken Bruckners einen Gipfelpunkt dar.

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