Was vor Jahren geplant, aber wegen Corona abgesagt werden musste, konnte beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks nun endlich stattfinden: Die Aufführung von Bachs „Matthäuspassion“ unter der Leitung von Simon Rattle. Doch nicht wie üblich mit dem Chor „Kommt, ihr Töchter, helft mir klagen“ begann der Abend, sondern mit den Schlussworten: „Wir setzen uns mit Tränen nieder“. Nur ein Häuflein versprengter Musiker und Choristen standen dazu auf der Bühne, angetan mit leuchtend gelben Westen. Sodann wurde klar, worum es sich handelte: Um eine Protestaktion der Musiker, die sich in zähen Verhandlungen befinden und eine deutliche Anhebung ihrer Bezüge fordern. Die Qualität des Orchesters wie die des Chores sei bedroht, schon jetzt besetzten Bewerber lieber die Positionen in anderen Klangkörpern mit besserer Bezahlung. Wollte man das Niveau halten, müsste man vergleichbare Löhne bieten wie in andere Spitzenorchester. Konkrete Zahlen wurden dabei nicht genannt, so dass schwer einzuschätzen war, wie berechtigt diese Forderungen sein mögen.