Er ist 35 Jahre alt und nicht nur Chefdirigent in Rotterdam, sondern als Nachfolger Zubin Mehtas auch beim Israel Philharmonic Orchestra. 2026 wird er außerdem die Münchner Philharmoniker leiten. Shani gehört damit zu der Handvoll junger Dirigenten, um die alle Welt sich reißt und die in noch ganz jungen Jahren mit einer Überfülle von Ämtern betraut werden. Ob immer zum Segen der Umworbenen, ist freilich eine andere Frage. Ja, mitunter ist nicht einmal so ganz klar, woher der frühe Ruhm nun eigentlich kommt. Das Konzert, mit dem Lahav Shani die neue Saison in München eröffnete, hinterließ jedenfalls nicht den Eindruck, hier einem absoluten dirigentischen Ausnahmetalent zu begegnen.