Eigentlich hätte Zubin Mehta am Pult des Staatsorchesters stehen sollen. Leider musste der vormalige Generalmusikdirektor, der Ende April 89 Jahre alt wurde, seine Mitwirkung absagen. Eine Enttäuschung für alle seine Fans, die auf ein spätes Wiedersehen gehofft hatten. Doch mit Ivan Repušić konnte ein Ersatz gefunden werden, der am Ende zurecht vom Publikum gefeiert wurde. Repušić, in Kroatien geboren und immer wieder auch an großen Häusern engagiert, hatte gerade für diese facettenreiche Partitur eine glückliche Hand. Bei eher zurückhaltenden Tempi, die dennoch spannungsreich blieben, gelang es ihm, die zarten, filigranen Schönheiten dieser späten Musik genauso zu entfalten wie ihre dramatischen Ausbrüche. Außerdem konnte sich das starke Ensemble jederzeit auf seine klaren Zeichen verlassen.