Neues Morgenblatt
für gebildete Stände

Theater · Literatur

Oh ciel!

Verdis „Don Carlo“ an der Bayerischen Staatsoper – mehr als bloße Opernroutine

17. Mai 2025  ·  Christian Gohlke

Eigentlich hätte Zubin Mehta am Pult des Staatsorchesters stehen sollen. Leider musste der vormalige Generalmusikdirektor, der Ende April 89 Jahre alt wurde, seine Mitwirkung absagen. Eine Enttäuschung für alle seine Fans, die auf ein spätes Wiedersehen gehofft hatten. Doch mit Ivan Repušić konnte ein Ersatz gefunden werden, der am Ende zurecht vom Publikum gefeiert wurde. Repušić, in Kroatien geboren und immer wieder auch an großen Häusern engagiert, hatte gerade für diese facettenreiche Partitur eine glückliche Hand. Bei eher zurückhaltenden Tempi, die dennoch spannungsreich blieben, gelang es ihm, die zarten, filigranen Schönheiten dieser späten Musik genauso zu entfalten wie ihre dramatischen Ausbrüche. Außerdem konnte sich das starke Ensemble jederzeit auf seine klaren Zeichen verlassen.

🔒

Dieser Artikel ist kostenpflichtig

Lesen Sie die vollständige Kritik für € 0.50 — einmalig, anonym, ohne Abo.

€ 0.50 · Einmalzahlung

Pseudonym bezahlenKein AboZugang gespeichert