Neues Morgenblatt
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Theater · Literatur

Tristesse à la mode

Leoš Janáčeks „Káťa Kabanova“ an der Bayerischen Staatsoper

30. März 2025  ·  Christian Gohlke

Im Städtchen Kalinow an der Wolga lebt Káťa in einer kalten Ehe mit Tichon, der eher dem Alkohol als seiner Frau zugetan ist und zudem unter der Fuchtel seiner herrschsüchtigen Mutter Marfa steht. Als Tichon sich auf Geschäftsreise befindet, gibt Káťa ihrer Liebe zu Boris nach. Sie gesteht später ihren Fehltritt, wird von der Gemeinschaft dafür geächtet und ertränkt sich schließlich in der Wolga. – Die Handlung von Leoš Janáčeks 1921 in Brünn uraufgeführter Oper ist erst einmal nicht sonderlich originell. Aber das Werk kann ergreifend und mitreißend von einem Leben erzählen, das an der Enge des eigenen Umfelds zerbricht, wenn die Regie es versteht, den Konflikt zwischen einem engstirnigen, kleinbürgerlichen, tyrannischen Umfeld und dem Wunsch nach ein bisschen Glanz und Glück, das die Protagonistin empfindet, anschaulich werden zu lassen.

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