Seit Mozarts 200. Geburtstag, der 1956 gefeiert wurde, gibt es in Salzburg alljährlich um den 27. Januar herum die Mozart-Woche (heuer vom 23.1. bis zum 2. Februar mit insgesamt 51 Veranstaltungen, darunter nicht nur Opern- und Konzertaufführungen, sondern auch Vorträge, Filme oder Führungen). Natürlich steht das Werk Mozarts auch dieses Jahr im Zentrum, wird aber gerahmt von Kompositionen seiner Wegbereiter und -begleiter. Das ist durchaus spannend, gerade wenn Joseph Haydn in direkte Nachbarschaft mit Mozart gesetzt wird und so Bezüge, vor allem aber auch Abweichungen deutlich werden. Dass aber die einzige szenische Opernproduktion dieser Saison keinem Werk Mozarts gewidmet ist, sondern Monteverdis „Orfeo“, ist dennoch merkwürdig, zumal der umtriebige Intendant des Festivals, Rolando Villazon, selbst die Hauptrolle darin singt. Hier wäre eine Konzentration auf den genius loci doch sinnvoll, will man ein Verwässern des Programms vermeiden.